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Christian Hofmann

 

 

Durch die Gegenständlichkeit seiner Malerei betrachtet Christian Hofmann die Welt, die ihn umgibt. So richtet er seinen Blick auf einzelne Ausschnitte der Wirklichkeit, um durch die Auswahl und Anordnung seiner ebenso singulären wie alltäglichen Motive zentrale Fragen des Seins zu ergründen. Seine Bilderzyklen gewähren einen sehr guten Einblick in die Grundthemen seines künstlerischen Schaffens. Als gegenständlicher Maler hat er stets ein offenes Auge für die Dinge, die ihn umgeben. Ihn spricht Alltägliches, wie Liegestühle, Stoffe oder auch Gegenstände aus Holz und Metall, die achtlos weggeworfen wurden, an. Ebenso vertraut sind uns die von Christian Hofmann gewählten Tiere, wie Hühner, Kühe und Ziegen.

DIALOGE lautet der Titel der Serie, die mit leiser Ironie das Gegenüber von Tierköpfen auslotet, wobei jedes Tier ganz individuelle Charakterzüge zeigt: Konfrontation verschiedener Charaktere, Tierportraits, Hühner und Kühe, Tiere, denen der Maler bei seinen Aufenthalten auf dem Land immer wieder begegnet.

 

 

 

 

FRAGMENTE sind die Fundstücke, die Christian Hofmann entdeckt, wenn er seine Umgebung aufmerksam durchsucht. Dinge, die andere übersehen, an denen andere vorübergehen, die weggeworfen wurden, da sie ihren ursprünglichen Nutzen nicht mehr erfüllen konnten. Lange liegen diese Teile oft, bevor der Künstler sie sieht und erkennt, so lange, dass ihr ursprünglicher Sinn und Zweck nicht mehr nachvollziehbar ist. Das Übriggebliebene, das durch die Art und Weise, wie es zu ikonenhafter Komposition zusammengefügt wird, tief berührt. Die Stofflichkeit des Materials – verwittertes Holz und verrostetes Metall – in seiner langen Geschichte von menschlicher Hand irgendwann bearbeitet, zurechtgeschnitten, gedrechselt, bemalt, steht in spannendem Gegensatz zu den Bildern und Geschichten, zu denen der Künstler sie zusammenfügt. Die Arbeiten aus der Serie Fragmente markieren den Weg in die Abstraktion.

In dem Bilderzyklus FAHNEN handelt Christian Hofmann ein Thema ab, das zunächst aus seinem Kanon insofern auszubrechen scheint, als Flaggen oder Fahnen nicht unbedingt zu den alltäglichen, banalen Dingen des Lebens zählen, sondern vielmehr als bedeutungsschwere Symbole gelten. Dennoch wird auch hier das Vordergründige betont, wie die Leichtigkeit und Farbigkeit der Stoffe und deren Bewegung, gleichzeitig sind sie durchaus als politisches oder religiöses Symbol zu sehen, wie die beiden Bilder Konterrevolution und Tibet zeigen.

Michal Scheriau